FAIR: Umfrage belegt Lernbedarf bei KI-gestützter Formatentwicklung
- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Mai
Wo kann KI Erwachsenenbildner*innen bei der Entwicklung digitaler Bildungsformate unterstützen und welches Know-how braucht es dafür? Eine Umfrage im Erasmus+-Projekt FAIR macht konkrete Bedarfe aus der Praxis sichtbar. Die Ergebnisse fließen direkt in eine kostenlose Lernstrecke ein.

Logo: CC BY ND, CONEDU, https://conedu.com
Wer digitale Bildungsformate entwickelt, muss verschiedene Anforderungen in Einklang bringen. Die Angebote sollen zur Zielgruppe passen, didaktisch tragfähig, flexibel nutzbar und unter den gegebenen Rahmenbedingungen durchführbar sein. Wie Erwachsenenbildner*innen diese Aufgabe einschätzen und welche Rolle KI bei der Umsetzung spielen kann, wurde im März 2026 im Rahmen des Erasmus+-Projekts FAIR erhoben. Befragt wurden mehr als 200 Personen aus Deutschland und Österreich, vor allem pädagogische Mitarbeitende, Lehrende und Trainer*innen, aber auch Einrichtungsleiter*innen und Verwaltungsmitarbeitende.
Erfahrungen und Hürden in der Formatentwicklung
Wie anspruchsvoll Formatentwicklung sich oft gestaltet, zeigt schon der Blick auf den Berufsalltag der Befragten. Viele sind in die Entwicklung von Bildungsformaten eingebunden, allerdings meist neben anderen Tätigkeiten. Fast die Hälfte befasst sich nur teilweise damit, rund ein Viertel überwiegend und lediglich 4% der Befragten sind ausschließlich für Formatentwicklung zuständig. Neue Angebote entstehen damit häufig unter Bedingungen, in denen Zeit für Recherche, längere Planungsphasen und Erprobung knapp ist. Entsprechend oft nannten die Teilnehmenden hohen Zeitaufwand und fehlende Zeit zum Testen als Hürden. Auch Unsicherheiten bei Datenschutz und Urheberrecht wurden als hemmende Faktoren genannt.
Gleichzeitig bringen die Befragten bereits viel Erfahrung mit digitalen Formaten mit – vor allem dort, wo diese inzwischen zum Bildungsalltag gehören. Besonders vertraut sind Live-Online-Veranstaltungen, hybride Angebote und Online-Selbstlernkurse.
Weniger bekannt sind dagegen Formate wie Flipped Classroom oder Micro-Learning, denn jeweils rund 44% der Befragten gaben an, diese nicht zu kennen. VR-/AR-gestützte Formate sind zwar vielen dem Namen nach bekannt, wurden aber noch fast nie selbst umgesetzt.
Neue Formatideen entstehen dabei vor allem dort, wo Austausch und Beispiele verfügbar sind: in Fortbildungen, im einrichtungsübergreifenden Austausch, durch Empfehlungen von Kolleg*innen und über Good-Practice-Beispiele im Internet. Auch KI spielt hier bereits eine Rolle. Rund 38% nannten sie als Quelle bei der Entwicklung neuer Formate.
KI im Formatentwicklungsprozess einsetzen
An diese Ergebnisse schließt die Frage an, bei welchen Schritten der Formatentwicklung sich Erwachsenenbildner*innen besonders Unterstützung wünschen. Häufig genannt wurden Arbeitsschritte, die in der Entwicklung neuer Angebote viel Zeit und konzeptionelle Aufmerksamkeit brauchen: Zielgruppenverständnis, Methodenauswahl, Materialerstellung und Medieneinsatz. Auch die Entwicklung ganz neuer Formate wurde oft genannt.
Nicht für jeden dieser Schritte wurde das Potenzial von KI gleichermaßen erkannt. Besonders klar wird ihr möglicher Nutzen bei Aufgaben identifiziert, wo Inhalte formuliert, strukturiert und vorbereitet werden sollen:
Rund 60% der Befragten erwarten den größten Mehrwert von KI-Nutzung bei der Materialerstellung. Auch bei der Formulierung von Lernzielen und bei der Methodenauswahl sehen viele gute Einsatzmöglichkeiten für KI.
Dafür bringen viele Fachkräfte bereits praktische Erfahrung mit. 42% der Befragten nutzen KI-Tools mehrmals pro Woche, weitere 31% mehrmals pro Monat. KI ist damit für einen großen Teil der Teilnehmenden bereits Teil der Arbeitspraxis. Nur 3% geben an, KI bislang nicht verwendet zu haben und aktuell auch kein Interesse daran zu haben.
Damit aus dieser Nutzung gezielte Unterstützung für die Formatentwicklung wird, braucht es jedoch Orientierung. Besonders häufig wünschen sich die Befragten Hilfe bei der Auswahl geeigneter KI-Tools. Stark nachgefragt sind außerdem Tipps zum datenschutzkonformen KI-Einsatz und zum Formulieren wirksamer Prompts.
Ergebnisse fließen in die FAIR-Lernstrecke ein
Die Umfrageergebnisse bilden eine zentrale Grundlage für die weitere Arbeit im Erasmus+-Projekt FAIR.
CONEDU, Qua-LiS NRW und die AEWB entwickeln gemeinsam einen kostenlosen, barrierearmen und offen lizenzierten Online-Selbstlernkurs zur Formatentwicklung mit KI.
Er wird noch heuer auf Deutsch und Englisch verfügbar sein und Erwachsenenbildner*innen dabei unterstützen, digitale Bildungsformate mit KI zu entwickeln.
Weitere Informationen:
Unsere nächste Veranstaltung:
Text: CC BY 4.0 Institut CONEDU/Miriam Klampferer, https://www.conedu.com/
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