KI in der Lehre: Denkweisen statt Tools – Wordrap zum neuen universitären Zertifikatsprogramm von UWK & CONEDU
- 9. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Was sollten Lehrende trotz KI niemals aus der Hand geben? Antworten darauf gibt es am 25. Juni beim Online-Infotreff für das Certificate Program „KI in der Lehre“. Wir haben dessen Leiter*innen Birgit Aschemann (CONEDU) und Stefan Oppl (UWK) vorab zum Wordrap gebeten.

Im kommenden Wintersemester 2026/27 startet an der Universität für Weiterbildung Krems (UWK) das Certificate Program „KI in der Lehre: didaktisch gestalten, kritisch begleiten“ in Kooperation mit CONEDU. Ziel ist es, Lehrende aus Erwachsenen- und Berufsbildung zu einem reflektierten, verantwortungsvollen und didaktisch sinnvollen Umgang mit KI in Bildungsprozessen zu befähigen. "Die hohe Nachfrage nach diesem kompakten Zertifikatsprogramm zeigt schon jetzt, dass wir mit dem Angebot den Nerv der Zeit treffen", zeigt sich CONEDU Geschäftsführer Wilfried Frei erfreut über die Zusammenarbeit.
Wir haben die beiden Verantwortlichen – Studienleiter Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Oppl, MBA (UWK) und die Pädagogische Leiterin Mag.a Dr.in Birgit Aschemann (CONEDU) – zum Wordrap gebeten, um ihre Perspektiven auf KI in der Lehre kennenzulernen.
Warum braucht es ein eigenes Certificate Program zu KI in der Lehre?
Stefan Oppl: Wenige Bereiche können so stark von den Möglichkeiten von KI profitieren wie die Bildung und Lernunterstützung - wenn die Lehrenden und Lernbegleiter*innen ihr didaktisches Handeln sinnvoll mit Werkzeugunterstützung hinterlegen können. Dazu dient dieses Certificate Program.
Warum dieses Certificate Program, wenn die Tools sich gefühlt wöchentlich ändern?
Birgit Aschemann: Gerade deshalb - Wir unterrichten keine Tools, sondern Denkweisen. Wer nur Tools lernt, ist nach einem Update verloren. Wer Prinzipien versteht, bleibt handlungsfähig.
Was sollten Lehrende trotz KI niemals aus der Hand geben?
Stefan Oppl: Träger*innen der fachdidaktischen Kompetenz werden immer die Lehrenden sein, weil eigenes Handeln in der Lehre nur dann authentisch sein kann, wenn Methode und Inhalt der Vermittlung zusammenpasst. Die unmittelbare Begleitung der Lernenden ist hier der Schlüssel und muss in der Hand der Lehrenden liegen.

Kann es gelingen, in nur einem Semester einen verantwortungsvollen und didaktisch sinnvollen Umgang mit KI zu erwerben?
Birgit Aschemann: Kurzprogramme können Haltungen, Methoden und Strategien verändern – und genau die sind entscheidend.
Welcher Mythos von KI-Einsatz in der Lehre hält sich hartnäckig?
Birgit Aschemann: „Studierende werden durch den KI-Einsatz passiv“ – das ist aber eine Folge schlechter Didaktik in Zeiten von KI, nicht der KI selbst.
Stefan Oppl: "KI wird Lehrende ersetzen". Und: "KI hat keinen realen Nutzen im Lernprozess". Genau diese Mythen zu widerlegen und zu explorieren, wie Lehrende mit dem Einsatz von KI Lernprozesse besser unterstützten können ist Ziel des Certificate Programs.
Sie haben noch weitere Fragen? Dann kommen Sie am 25. Juni zum Online-Infotreff. Dort bekommen Sie einen klaren Überblick über das neue universitäre Zertifikatsprogramm und erhalten praxisnahe Antworten auf Ihre Fragen direkt von den Programmverantwortlichen.
Weitere Informationen:
Die Fragen stellte Stefan Geißler, CONEDU-Praktikant aus dem Masterstudium Erwachsenenbildung und Weiterbildung an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Kommentare