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„Erwachsenenbildung in der Selbstständigkeit: Warum deine Zukunft mit KI beginnt”

  • 9. Juni
  • 10 Min. Lesezeit
Die wichtigsten Antworten für Gründer*innen in der Erwachsenenbildung – aus 30 Jahren Praxis: CONEDU‑Gründer Wilfried Frei im Gespräch mit Masterstudierenden der Erwachsenen- und Weiterbildung an der Universität Graz. (Longread)

Porträt von Wilfried Frei. Foto von Jasmine Neubauer/Opernfoto 2024

Wilfried Frei (2024) Foto: Jasmine Neubauer/Opernfoto



Auf Einladung der Lehrveranstaltungsleiterin Dr.in Simone Müller, Universität Graz, saß der CONEDU-Gründer, Geschäftsführer und Institutsleiter Mag. Wilfried Frei am 28. Mai 2026 anderthalb Stunden mit Studierenden des Masterstudiums Erwachsenen- und Weiterbildung zusammen, um über gelingende berufliche Verläufe als selbstständig tätiger Erwachsenenbildner zu sprechen. Kein Vortrag, keine Folien: Die Studierenden fragten, Frei erzählte freimütig. Das Gespräch wurde mit Einverständnis aller aufgezeichnet, transkribiert - und mit KI-Unterstützung zusammengefasst, um es auch anderen Berufsinteressent*innen zugänglich zu machen.


Einer der Studierenden hat die für ihn wichtigsten Einsichten aus dem Gespräch für die folgenden Top 10 ausgewählt. Der darunter stehende Longread für Studierende, Interessierte für ein Praktikum bei CONEDU und Berufsanwärter*innen stammt aus dem Transkript des Gesprächs, das für Lesbarkeit redigiert und mit zusätzlichen Informationen und Hinweisen ergänzt wurde.

10 Tipps zu einer (selbstständigen) Karriere in der Erwachsenenbildung - von Wilfried Frei

Quintessenzen aus dem Expertengespräch von CONEDU-Gründer Mag. Wilfried Frei mit Masterstudierenden der Erwachsenen- und Weiterbildung an der Universität Graz, 28. Mai 2026. Eine Auswahl des Studierenden und CONEDU-Praktikanten Stefan Geißler .


Denken und Reflexivität sind Stärken einer akademischen Ausbildung.

Frei: Ein Masterstudium Erwachsenen- und Weiterbildung befähigt über das Lehren hinaus zur Anwendung komplexer Skills, dazu gehören: Lernen und Entwicklung von Individuen und Kollektiven, Strukturen im Feld des Lebenslangen Lernens, systemisches Verstehen von Bildungspolitik - und die Fähigkeit, jene Fragen zu stellen, die Entwicklungen wirklich weiterbringen.

Arbeitgeber*innen & Kund*innen suchen analytisches Denken plus Feldkenntnis.

Frei: Konzeptionelle Stärke und das Aufmachen von Möglichkeitsräumen sind im Studium erwerbbar. Feldkenntnis - wer welche Player kennt, welche Systemzwänge wirken - kommt durch Praktika, Praxis und Beteiligung.

Physische Präsenz öffnet Türen, die digitale Sichtbarkeit allein nicht öffnet.

Frei: Pausengespräche auf Konferenzen, Beiträge in Barcamps, Mitarbeit in Communities - hier entstehen Kontakte, die Aufträge und Kooperationen bringen. „Entdeckt werden" passiert nicht von selbst im Onlineraum, es muss aktiv begünstigt werden, in dem ich mit anderen Fachleuten in Beziehung trete. Oft auch im Rahmen einer kompetenzorientierten Zusatzausbildung.

Selbstständigkeit erfordert Leistungsanspruch und Lust auf wechselnde Anforderungen.

Frei: Wer sich nach dem Studium selbstständig macht, findet Raum für Autonomie, sollte Unsicherheit nicht scheuen und bereit sein, sich Themen im Tun zu erarbeiten - statt auf fertige Stellenprofile zu warten.

Selbstständig sein heißt: mein eigener Chef sein - nicht „frei sein".

Frei: Mehr Freiheitsgrade bedeuten mehr Verantwortung: für Auftragslage, Qualität, eigenes Lernen - und Wirtschaftlichkeit. Wer das unterschätzt, landet schnell in einem Prekariat, das nach außen wie Unabhängigkeit aussieht.

Wer unternehmerisch arbeiten will, muss das eigene Angebot als Geschäft denken.

Frei: Erwachsenenbildung wird leider oft noch so honoriert, als würden Festangestellte sie abends nebenher machen und so ein steuerarmes Zuverdienst lukrieren. Selbstständige sollten fragen: Löst meine Leistung ein echtes Problem - und ist jemand bereit, dafür angemessen zu bezahlen?

Symbolisches Kapital entscheidet mit über den Honorarrahmen.

Frei: Ein Gewerbeschein als Unternehmensberater*in, ein akademischer Titel, namhafte Kund*innen oder nachweisbare, gefragte Qualifikationen verändern in der Praxis, was man verlangen kann - bei oft gleicher Tätigkeit. Wie Kund*innen einen einordnen, ist Teil der Geschäftsgrundlage.

Lernarchitekt*innen mit KI-Kompetenz werden zur gefragten Rolle für Einsteiger*innen.

Wer Analyse, Didaktik und KI-Nutzung jetzt verbindet und damit neue Lernformate konzipiert und transformatives Lernen unterstützt, deckt eine echte Lücke in vielen Bildungsinstitutionen - die diesen Bedarf teils erst noch erkennen müssen.


Wie bist du in die Erwachsenenbildung gekommen?


Frei beginnt mit einer Reflexion - er rekonstruiert seinen Weg nicht als Plan, sondern als Sammlung von Erfahrungen, die sich rückblickend zu einer Linie fügen lassen und Bedeutung ergeben, die vorher nicht da zu sein schien. Pädagogik war für Frei nicht erste Wahl - ursprünglich wollte er Germanistik studieren, entschied sich dann aber anders. Pädagogik schien ihm “ein Studium, von dem ich zumindest persönlich profitiere, wenn ich das mache - egal ob ich dann beruflich was damit mache.” Erst im Studienverlauf verschob sich das Interesse: nicht Kinder, nicht Jugendliche, sondern Erwachsenenbildung - dort, wo er hingehörte mit dem, was ihn ausmacht. Der Bezug zur Germanistik eröffnete sich ihm mit über zwei Jahrzehnten Karriere als Herausgeber und Redaktionsleiter von erwachsenenbildung.at (bis 2025) doch auch noch.


Der Berufseinstieg passierte parallel zum Studium: Trainerausbildung über die ÖH, Tutoriumsprojekt, Engagement in der Institutsgruppe und Studienrichtungsvertretung, erste Mitarbeit in Forschungsprojekten und bei Publikationen, Tutor bei Lehrveranstaltungen, ein Büro am Institut wegen des Aufbaus eines Praktikumskatalogs. Aus der Verwandtschaft kam Kritik am „ewigen Studenten”. Heute deutet Frei das so:


“Rückblickend muss ich sagen: Viele dieser Dinge in den letzten Studiensemestern waren so hilfreich für den Berufseinstieg. Diese Trainerausbildung zu machen, Erfahrung zu sammeln, mich mit Akteur*innen zu vernetzen, mit denen ich teils heute noch zusammenarbeite - das hat mich unglaublich gestärkt in meinem Selbstwirksamkeitserleben und mir Mut für die Selbstständigkeit gegeben.”

Würdest du Selbstständigkeit direkt nach dem Studium empfehlen?


Frei selbst ist nach dem Studium ohne Umweg in die Selbstständigkeit gegangen - bewusst:


“Ich dachte: Wenn ich es nicht gleich tu, dann tu ich es nie wieder. Sonst begebe ich mich in Abhängigkeiten. Wenig Geld zu haben, bin ich aus dem Studium gewohnt, das hilft beim Start. Vielleicht kann ich es ja, und es geht in zwei bis drei Jahren auf.”

Tatsächlich ging es schneller, schon nach einem Jahr ein Auftrag aus dem Bildungsministerium (aus dem über 20 Jahre lang der Betrieb der Fach- und Professionalisierungsplattform erwachsenenbildung.at wurde). Empfehlen will er das aber nicht pauschal. Selbstständigkeit passt eher zu Menschen mit Leistungsanspruch, manchmal besteht ein hoher Freiheitsdrang, Lust auf wechselnde Anforderungen hilft, und die Bereitschaft, sich Dinge im Tun zu erarbeiten.


„Aber selbstständig heißt nicht ‘frei sein’ - es heißt ‘mein eigener Chef sein’. Freiheitsgrade gehen mit Verantwortung einher.”

Ein zweiter wichtiger Schritt für ihn damals: der Gewerbeschein als Unternehmensberater. Das sogenannte symbolische Kapital, sagt Frei mit Verweis aufs Studium und Nachweise, macht in der Praxis einen Unterschied - wenn auch nicht überall gleichermaßen.


“Eingeordnet zu werden als Unternehmensberater oder als Erwachsenenbildner - für manche Kund*innen macht es einen Unterschied. Ich konnte vom selben Kunden als Unternehmensberater „gelesen” ein deutlich höheres Honorar bekommen, denn als freiberuflicher Erwachsenenbildner. ”

Im Pausengespräch erzählt Frei: Erwachsenenbildung wird viel zu oft noch so honoriert, als würden es in Vollzeit Festangestellte abends nebenher machen, und davon weder Steuern noch Abgaben zahlen müssen. Wer selbstständig wird, sollte sich daher keiner Illusion hingeben, sondern sich fragen, ob die Leistung wirkliche Probleme löst, jemand dafür zahlen würde, und es insofern auch ein Geschäft ist, und nicht ein Ehrenamt mit dem Charakter der Liebhaberei bleibt.


"Trainingshonorare in Bildungseinrichtungen sind oft viel zu gering für innovative Angebote. Wenn unternehmerisch, dann richtig - sonst bleibt es Prekariat.”

Wie kommt man als Berufseinsteiger*in ins Netzwerk?


Diese Frage beantwortet Frei für manche überraschend: “Ich bin selber relativ schlecht im proaktiven Netzwerken - das können andere Leute besser.”


Trotzdem beobachtet er konsistent: Physische Präsenz bei Veranstaltungen wirkt. Pausengespräche, Workshop-Beiträge - das öffnet Türen, die rein digitale Sichtbarkeit nicht oder nur mit viel Aufwand öffnet. Leider gibt es in Österreich recht wenige große Vernetzungsveranstaltungen, und kaum je gehen Studierende oder Berufseinsteiger*innen dorthin - eine Chance für jene, die es tun.


Im Onlineraum gibt es aber zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten auf den richtigen Plattformen, wie EPALE, am EU-Funding & Tenders Porta um Partnerschaften für Förderprojekte zu finden, und auf Sozialen Medien. Um zur Vernetzung beizutragen, und nicht nur zum Lernen, gilt aber: sichtbar werden mit eigenem Content und Kontaktaufnahmen, nicht nur mitlesen.


Praktika nennt Frei als die belastbarste Eintrittsstrategie - etliche seiner langjährigen Mitarbeitenden hatten zuvor ein Praktikum bei CONEDU.

“Einfach ‘entdeckt werden’ - das passiert nicht. Ich muss es schon begünstigen durch Sichtbarkeit.”

Frei weist noch auf die Aufzeichnung eines wEBtalk hin, den er vor wenigen Jahren moderiert hatte, wo auch hilfreiche Vernetzungsansätze von Erwachsenenbildner*innen diskutiert wurden.

Aufzeichnung des wEBtalk "Ein Studium in Erwachsenenbildung - und dann?" erwachsenenbildung.at | CC BY 4.0 CONEDU Oktober 2019



Worauf achtest du, wenn du Menschen einstellst - und was bringt der Master?


Frei beschäftigte in vergangenen Jahren bis zu 14 fest angestellte Mitarbeitende gleichzeitig bei CONEDU, dazu vier bis sechs Praktikant*innen und eine zweistellige Zahl an Honorarkräften pro Jahr. Auf die Frage nach dem Mehrwert eines Masterstudiums in Erwachsenen- und Weiterbildung für die Berufschancen antwortet er differenziert: Es gehe ihm nicht primär darum, ob jemand „Lehre kann” - das lernen viele auch ohne Studium. Aber:


“Das Studium leistet etwas auf einer Metaebene: bildungspolitische Agenden reflektieren zu können, Zusammenhänge systemisch besser sehen zu können, etwas Neues fundiert entwickeln können. Es geht nicht um Lernziele operationalisieren allein - es geht um die Fähigkeit, die Fragen zu stellen, die wirklich weiterführen.”

Was er als Arbeitgeber konkret bei Bewerber*innen schätzt: analytisches Denken, konzeptionelles Denken, Fragen stellen, die Möglichkeitsräume aufmachen. Plus etwas, was im Studium nicht vermittelt wird, sondern aus der Praxis kommt - Feldkenntnis. Wer kennt welche Player, welche Systemzwänge wirken in welcher Einrichtung.


Und eine Beobachtung aus seiner WBA-Zertifizierungsleitung seit 2008: Wirksamkeit im Training hängt mindestens so sehr an der Persönlichkeit, wie an der Methode.

“Manche beobachten eine Gruppe lange, und sagen nur fünf Sätze - aber die kommen an, die sitzen. Andere tragen rhetorisch brilliant vor, aber es entsteht keine Wirkung, die im Verhältnis zur Redezeit steht. Was uns gut tut, ist sich selbst zu reflektieren: Wie wirke ich, wenn ich lehre? Nicht im Sinn von: Wie komme ich an? Vielmehr, welche Wirkung entsteht? Was liegt mir? Mit Leuten, die das beschreiben können, können wir gut zusammenarbeiten.”

5. Wie hat sich CONEDU entwickelt - und was bedeutet der Förderausfall bei erwachsenenbildung.at?


Frei hat zuerst als Einzelunternehmer begonnen. Erstes Wohnzimmer-Büro mit Kund*innengesprächen neben Bett und Couch, dann das erste angemietete Büro (“ich muss so viel verdienen, dass ich mir ein Büro leisten kann - das war meine Ambition”), dann erste Werkvertragsmitarbeitende, 2007 die erste Angestellte, schließlich ab 2014 der Verein CONEDU - gegründet, um mit einer gemeinnützigen Struktur besser förderfähig zu sein für die öffentliche Hand.


Für erwachsenenbildung.at, das Frei mit seinem stetig wachsenden Team ab 2004 in einem Public-Private Partnership mit dem Bund aufgebaut hatte, wird CONEDU seit dem laufenden Jahr nicht mehr bei gefördert - eine strategische Entscheidung der Abteilung Erwachsenenbildung im BMFWF, das Portal künftig institutionell am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung zu verankern und abzusichern.


Damit fiel ein sehr erfolgreiches - wenn auch aus Projektförderungen finanziertes - Kompetenzzentrum von heute auf morgen weg, zahlreiche Mitarbeiter*innen mit redaktionellen und bildungswissenschaftlichen Aufgaben mussten gehen. „Das hat geschmerzt.” Geblieben ist ein derzeit fünfköpfiger Betrieb mit den Schwerpunkten:

  • Entwicklungsprojekte aus nationalen und europäischen Förderungen

  • Aufträge der öffentlichen Hand oder von Weiterbildungsinstituten für innovative Entwicklungen, konzeptionelle Arbeit, Evaluationen oder Durchführung von Pilotlehrgängen oder MOOCs

  • dazu eine eigene CONEDU Akademie als qualitätsgesicherter Weiterbildungsbetrieb mit offen ausgeschriebenen Angeboten und Training-on-Demand.


Derzeit besteht laut Frei viel Nachfrage nach Weiterbildungen zum Einsatz von KI in der Bildung, zunehmend auch zur Formatentwicklung mit KI. In vielen Fällen ortet Frei hier einen Beratungsbedarf, für den jedoch Bewusstsein, Wille und Mittel fehlen, sodass die Institutionen den Weg der individuellen Kompetenzentwicklung wählen - was nicht falsch ist, aber den Praxistransfer weniger begünstigt, als ein systematischeres Vorgehen auf der mesodidaktischen Ebene.


6. Was sind die Trends in der Erwachsenenbildung - vor allem mit KI?


Frei kommt hier zu einer Aussage über berufliche Optionen, indem er ein aktuelles Beispiel abstrahiert: Er hat kürzlich einen Workshop bei einem Weiterbildungsinstitut geleitet. Es ging darum, neue Lernformen zu identifizieren und deren Umsetzung anzubahnen. Frei fragte die anwesenden Personen - die meisten davon im Bildungsmanagement tätig - nach ihren Innovationsrollen: Wer will gerne Neues ausprobieren, wer entwickelt didaktische Konzepte, wer stellt Ressourcen bereit, wer vernetzt, wer ist eher skeptisch?

“Von 20 Leuten - die hier waren, um zukünftige Lernformen in die Gänge zu bringen - hat zunächst nur eine Person gesagt: Ich bin so eine Lernarchitektin. Ich traue mir das zu, oder ich mache das gern. Das war für mich mit Abstand die wichtigste Erkenntnis: Es fehlt in den Weiterbildungseinrichtungen oft an genau diesen Kräften - eine Chance für Absolvent*innen des Masters Erwachsenen- und Weiterbildung, die fundierte Analyse, didaktisches Wissen und soziale Fähigkeiten zusammenbringen, um neue Angebote im Kontext des mit KI verbundenen Wandels zu entwickeln!”

Daraus - und aus laufenden CONEDU-Projekten wie „FAIR” - leitet Frei eine doppelte Diagnose ab.


  1. Erwachsenenbildungseinrichtungen sind hinsichtlich Mindset und Kompetenzen erst am Weg sich für den KI-getriebenen Wandel gut aufzustellen. Hauptamtliche Lernarchitekt*innen - Menschen, die KI nutzen, Lernformate entwickeln, Wissen kuratieren, Prozesse moderieren - gibt es kaum, und die Honorarsätze für freie Trainer*innen geben diese Entwicklungsleistung nicht her. Hier muss in hoch kompetente Kräfte investiert werden.

  2. Was bleibt, ist Begegnung - und die ist sozial u. demokratiepolitisch wichtig. "Erwachsenenbildung kann sich ein bisschen der Lagerfeuerstimmung besinnen, die sie verbreiten kann. Was sicher bleibt, ist nämlich, wo man zusammenkommt, wo Austausch passiert, wo Differenzen gelebt und ausgetragen werden - wo wir zusammen lernen, Zusammenleben üben, einander wahrnehmen und reflektieren.”


KI verdrängt nicht alle Lernformen - sie verändert aber Art und Tempo der Produktionslogik. Duolingo hat im letzten Jahr mit KI-Unterstützung ~145 neue Sprachkurse veröffentlicht, so viele wie sonst in drei oder vier Jahren davor. Instruktiver Unterricht wird mit KI-Einsatz einfacher, auch das Üben von kanonisiertem Wissen. Beziehungsarbeit, Begleitung, helfen die Welt zu ordnen und zu deuten - das wird erhalten bleiben als Aufgabe der Erwachsenenbildner*innen. Der Hinweis für Berufseinsteiger*innen lautet daher:


“Leute, die KI nutzen, um Neues zu entwickeln - mit einem breiten Ausbildungshintergrund wie ihn ein Master in Erwachsenenbildung bietet - die werden gebraucht. Vielfach wissen es die Einrichtungen noch nicht - damit kann ich mich aber bewerben.”

Ein aktueller Artikel von Wilfried Frei über neuere Lernforschung gibt dazu

genauere Einblicke:


Was Forschung zu KI-Lernen zeigt – und was das für Weiterbildung bedeuten kann

Der Einsatz von KI hat zahlreiche neue Lernforschungen initiiert. Sie zeigen: Für wirksames Lernen geht es nicht nur um einzelne Tools, sondern vor allem um gute didaktische Konzepte.



7. Was bleibt vom KI-Zeitalter? Gibt es eine Gegenbewegung?


Eine der letzten Fragen der Studierenden lautete, ob sich bereits eine Gegenbewegung zur KI-Durchdringung formiere: physische Präsenz, künstlerisch-kreative Methoden, das Analoge. Frei sieht die Bewegung noch nicht, ortet ihn aber aus vielen Fachgesprächen als Bedarf:

“Vielleicht können wir uns wieder mit den anthropologischen Grundlagen des Erwachsenenlernens beschäftigen? Was braucht der Mensch eigentlich, um als Individuum in der Gesellschaft zusammenzuleben, zu lernen? KI wird genutzt, um bessere Ergebnisse zu erzeugen - aber es gibt nachweislich die Gefahr, dass wir bei besseren Ergebnissen selbst weniger lernen.”

Sein Bild dafür ist das Navi: Wer das Stadtgebiet vor 20 Jahren für die Taxiprüfung lernen musste, musste den Stadtplan intus haben. Wer Navi nutzt, weiß das oft nicht - und der Bedarf, es zu wissen, ist weggefallen.


Auf Lernen mit KI übertragen: Wer Denken auslagert, verlernt es.


Wer denken kann, kann mit KI mehr denken und mehr lernen.

Auch wenn manche Sorgen vor den negativen Auswirkungen generativer KI sich mit Wissen um einen gekonnten und verantwortungsvollen Einsatz relativieren, ist das Bedürfnis nach Näheerleben oder auch KI-freie Räume sicher nicht nur konservativ einzuordnen.

Service: Links und weiterführendes Material


Über CONEDU & Wilfried Frei


Medien für Berufseinsteiger*innen


Honorar- und Gehaltsrahmen 2026 (Österreich/Deutschland)


Weiterführendes zur Lehrveranstaltung


Aufzeichnung des Expertengesprächs vom 28. Mai 2026 mit Einverständnis aller Beteiligten. Transkription mit Fireflies, Zusammenfassung mit Perplexity Computer, von Wilfried Frei und Stefan Geißler ausgewählte und redigierte Auszüge.


Bei Interesse an einem Praktikum oder einer Bewerbung bei CONEDU: wilfried.frei@conedu.com.


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